Wie gehen nachfolgende Generationen mit Zeugnissen und Werten der Geschichte um? Welchen Bedeutungswandel erfahren diese bis in unsere Zeit?

Diesen Themen nähere ich mich an, indem ich Objekte der Kunstgeschichte, die sich meist am Rande unserer Wahrnehmung befinden, auswähle, wieder „sichtbar“ mache und auf ihre heutige Wirkung hin befrage. Die Arbeiten entstehen oft in der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Ort.

Die Aufmerksamkeit soll auf das Gegebene, das bereits Gemachte gerichtet werden, das gebündelt, kondensiert und neu formiert wird. Dabei steht die Differenz zwischen ursprünglicher Sinngebung und heutiger Wirkung ebenso im Mittelpunkt des Interesses wie die Frage nach dem Verhältnis von Original und Kopie.Durch das Verfahren der Abformung entstehen Originale, die gleichzeitig „verkleidete“ Reproduktionen der historischen Vorbilder sind. Sie werden in eine andere Zeit, ein anderes Material und einen anderen kulturellen Kontext transportiert.

Astrid Weichelt